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Die Automatisierung der Übersetzung
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Das Informationszeitalter hat vor der Tür des Übersetzers nicht hat gemacht.
Die etwas "reifere" Generation der Übersetzer waren früher "Maschinschreiber"
in einer "Bibliothek", man war angewiesen an seine Fachkenntnisse in Verbindung
mit einigen Wörterbüchern.
Heute ist ein Übersetzer dank des Informationszeitalters Informationsbeschaffer
mit Analysenvermögen, gekoppelt mit fortgeschrittenen Computerkenntnissen.
Ohne PC-Kenntnisse wären die Übersetzer von heute nicht den an sie gerichteten Ansprüchen
gewachsen. Dokumenten werden nur noch selten als reine Texte geliefert. Es sind
oft komplexe Dokumente, Text in Word-Format mit Excel Tabellen, Formatierungen,
die man exakt beibehalten muss. Es können aber auch Dateien von Schnittstellen
oder Web (HTML, XML) oder nicht direkt editierbare (PDF) sein - manchmal mit
Grafiken, Bildern usw.
Der Übersetzer ist aber auch Informationsbeschaffer. Der Stand der Technik entwickelt
sich so schnell, dass man sich nicht mehr auf akademische Ausbildung oder punktuellen
Weiterbildungsmaßnahmen stützen kann. Diese sind wichtig und bilden das "Gerüst" auf
welchem man Fähigkeiten aufbauen kann. Jeder Text ist jedoch eine neue Kreation des Autors
und es wird vorkommen, dass man manche Passagen nicht vollständig ohne zusätzliche Hilfe
bearbeiten kann (es sei denn er selbst ist der Autor). Es ist wichtig, dass der Übersetzer
die Fähigkeit hat, die nötigen Informationen aus anderen Quellen beschaffen zu können. Ein
Übersetzer, der dem Auftraggeber mehrmals Rückfragen stellt, ist nicht unbedingt inkompetent,
sondern ihm liegt vielmehr die Qualität und Richtigkeit der Übersetzung am Herzen.
Ein professioneller Übersetzer wird jedoch alle anderen möglichen Informationsquellen ausschöpfen,
bevor er sich zu diesem Schritt entscheidet.
Die Automatisierung des Übersetzungsvorgangs liegt jedoch nicht unmittelbar an der technologischen
Entwicklung der Anforderungen oder der Globalisierung und Entwicklung des Internet als globale Informationsbibliothek.
Die Automatisierung wurde vielmehr durch die Entstehung von speziellen Tools und Programmen für Übersetzer eingeleitet.
Damit sind nicht reine "Übersetzungsprogramme" gemeint - die von keinem professionellen Übersetzer verwendet werden -
sondern "Programme für computerunterstütze Übersetzung". Der größte Unterschied liegt darin, dass letztere mit keiner mit
einem Wörterbuch gefüllten Datenbank geliefert wird, und auch keine Übersetzung anbietet, die nicht von einem Übersetzer im
Zuge einer Übersetzung übernommen wurde. Wenn zB. in einem Text ein Satz "A B C" steht, wird das Programm untersuchen, ob bei
bereits übersetzten Dokumenten nicht "A B C" bereits einmal übertragen wurde. Wenn dies der Fall ist wird der Satz als Vorschlag
angeboten. Falls "A B C" nicht existiert, ist es je nach Konfiguration auch möglich, dass auch "A D C" angeboten wird,
wobei der Übersetzer die nötige Änderungen durchführen wird. Wie das "Gehirn" des Übersetzers werden die Daten gehalten -
wobei es auch möglich ist, dieses "Gehirn" an einen neuen Übersetzer zu übertragen.
Der "neue" Übersetzer muss weniger in Büchern nachzuschlagen und damit wird viel Zeit gespart. Diese
Programme wurden konzipiert um den Übersetzungsvorgang zu beschleunigen sowie die gleiche Terminologieanwendung
zu gewährleisten. Dies wird jedoch oft als teilmaschinelle Übersetzung missverstanden. Es kann der Fall sein, dass der
Übersetzungsvorgang beschleunigt wird, aber selbst wenn identische Sätze automatisch wiedergegeben werden können, sollte
dies nicht ohne Aufsicht eines erfahrenen Übersetzers durchgeführt werden. Es kann zum Beispiel sein, dass in einem englischen
Ausgangstext ein bestimmter Satz mehrere Bedeutungen auf Deutsch hat. Nur ein kompetenter Übersetzer kann den Unterschied wahrnehmen
und den Satz auf den Kontext bzw. auf die Situation adaptieren.
Ein weiterer Vorteil solcher Programme ist die Format-Flexibilität. Es wird immer mehr von Übersetzern erwartet, dass sie
Texte in den verschiedensten Formaten bearbeiten können. Diese Programme konvertieren Texte aus den verschiedensten
Formaten in ein für den Übersetzer gebräuchliches Format, in welchem die Textelemente separat bearbeitet werden. Wenn der
Übersetzer fertig ist, wird das ursprüngliche Format und Layout wiederhergestellt. Es gibt 2 verschiedene Arten von
solchen Programmen: Manche decken den Bedarf an Textbearbeitung für die gebräuchlichsten Formaten (Word, Excel, Access, HTML, XML etc),
andere wurden spezifisch für andere Anwendungen konzipiert (zB. Übersetzung von Software oder Hilfe-Dateien).
Jedes Programm ist etwas anders aufgebaut, und je nach Tätigkeitsgebiet des Übersetzers wird
die Auswahl der Software erfolgen. Manche Übersetzer arbeiten (noch) ohne solche Hilfsmittel,
daher gibt es Raum für jede Arbeitsweise.
Die Entwicklung der EDV und des Internets hat die Arbeit des Übersetzers
grundlegend geändert. Ich hoffe, dass Sie damit den Aufwand der Übersetzung
Ihres Texts aus einem anderen Licht betrachten werden.
Bis Bald !
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